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Steuererklärungen stehen in jedem Jahr an. Und das bedeutet Arbeit. Diese Arbeit abzugeben bedeutet nicht nur mehr Zeit zu haben, sondern auch oft wirklich das wieder vom Staat zurückzubekommen, was man zurückbekommen kann.

Was passiert jedoch, wenn ein Steuerberater einen Fehler macht wie den Folgenden:

Einen Steuerberater trifft dann ein grobes Verschulden, wenn er seinem Mandanten lediglich eine „komprimierte“ Elster-Einkommensteuererklärung zur Überprüfung übergibt, ohne vorher den maßgebenden Sachverhalt vollständig zu ermitteln und seinem Mandanten damit die Möglichkeit nimmt, die darin enthaltenen Angaben auf Richtigkeit und Vollständigkeit zu überprüfen. Dies hat der Bundesfinanzhof (BFH) entschieden (Az.: III R 12/12)

Ein Steuerberater übernimmt in solch einem Fall die Verantwortung dafür, dass die in der von ihm gemachten komprimierten Steuererklärung aufgeführten Angaben auch vollständig und richtig waren.

Der Steuerberater musste in diesem Fall für sein Versäumnis finanziell geradestehen, da er es in dem vorliegenden Fall übersehen hatte, dass sein Mandant nicht mehr mit seiner Frau zusammen das Kind auf- und erzog, sondern nach einer Trennung nun Alleinerziehender war. Dem Mandanten hätte dann ggf. ein Entlastungsbeitrag für Alleinerziehende zugestanden. So erfolgte der Bescheid des Finanzamts ohne den Entlastungsbeitrag.

Der Steuerberater beantrage eine Änderung des Bescheids, welche nur ergehen kann, wenn entweder der Kläger oder der Steuerberater des Klägers ohne grobes Verschulden Angaben gemacht hat, die nicht der Wirklichkeit entsprachen. Hier sah der BFH jedoch ein grobes Verschulden des Steuerberaters als gegeben an, da er die falschen Angaben in der Steuererklärung dadurch hätte vermeiden können, indem er seinem Mandanten eine vollständige Steuererklärung zur Überprüfung zusendet und nicht nur die verkürzte Version derselben.

 

 

Oliver Munz

Rechtsanwalt

 

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